Osteopathie und Chiropraktik – Was sind die Unterschiede?

Viele Menschen fragen sich, worin sich Osteopathie und Chiropraktik unterscheiden. Beide Therapieformen arbeiten mit den Händen und behandeln Beschwerden des Bewegungsapparates, doch es gibt wesentliche Unterschiede in der Herangehensweise, den Techniken und dem Behandlungsziel.
Professionelle Osteopathie-Sitzung zur Mobilisation der Wirbelsäule und zum Lösen von tiefen muskulären Blockaden.


Gemeinsamkeiten
Sowohl Osteopathie als auch Chiropraktik:
– behandeln Beschwerden am Bewegungsapparat, insbesondere an der Wirbelsäule.
– nutzen manuelle Techniken, um Blockaden zu lösen.
– verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, um die Gesundheit zu fördern.



Die Unterschiede im Detail


1. Ansatz und Philosophie


– Osteopathie: Betrachtet den Körper als eine Einheit und sucht nach Bewegungseinschränkungen, die sich auf den gesamten Organismus auswirken. Sie behandelt nicht nur Knochen und Gelenke, sondern auch Faszien, Muskeln, Organe und das Nervensystem.
Chiropraktik: Konzentriert sich primär auf die Wirbelsäule und das Nervensystem. Sie geht davon aus, dass viele Beschwerden durch Fehlstellungen der Wirbel (sogenannte Subluxationen) verursacht werden, die den Nervenfluss beeinträchtigen.


2. Behandlungsmethoden


– Osteopathie: Arbeitet mit sanften Mobilisationstechniken, Dehnungen und manuellen Impulsen, um Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
– Chiropraktik: Setzt gezielte, oft ruckartige Justierungen der Wirbelsäule ein, um Fehlstellungen der Wirbelkörper zu korrigieren und die Funktion des Nervensystems zu verbessern.

3. Behandlungsfokus


– Osteopathie: Untersucht den gesamten Körper und sucht nach Ursachen für Beschwerden, auch wenn diese weiter entfernt von der Schmerzstelle liegen.
– Chiropraktik: Fokussiert sich vorrangig auf die Wirbelsäule und deren Auswirkungen auf das Nervensystem.

Wann ist welche Behandlung sinnvoll?


– Osteopathie kann hilfreich sein bei:
– Rückenschmerzen und Verspannungen
– Verdauungsproblemen
– Kopfschmerzen und Migräne
– Stressbedingten Beschwerden
– Bewegungseinschränkungen und funktionellen Störungen
– Chiropraktik kann hilfreich sein bei:
– Akuten Wirbelsäulenblockaden
– Beschwerden durch Fehlstellungen der Wirbel
– Nervenreizungen durch Wirbelfehlstellungen
– Chronischen Rücken- und Nackenschmerzen

Fazit


Beide Methoden haben ihre Berechtigung und können sich sogar ergänzen. Während die Chiropraktik auf schnelle,
gezielte Korrekturen setzt, arbeitet die Osteopathie mit sanften Techniken, um den gesamten Körper in Einklang zu
bringen. Welche Methode die richtige ist, hängt von den individuellen Beschwerden und Vorlieben des Patienten ab.

When all parts of the human body are in line, we have perfect health.

A.T. Still (Begründer der Osteopathie)

Das sagen meine Patient*innen

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